Heute finden wir auf dem Wochenmarkt, in Gärtnereien und Geschäften eine Vielzahl von Kräutern, heimische, mediterrane oder exotische. Von den zuletzt genannten werden manche einjährig kultiviert oder brauchen zum Überwintern ein warmes Gewächshaus.

Bei uns im europäischen Raum gibt es dagegen viele Küchenkräuter, die auch den Winter im Garten überdauern. Jedes Land hat so seine eigenen unentbehrlichen Kräuter für die Küche.
In Frankreich sind es besonders Estragon, Thymian, Lorbeer und Knoblauch; in Italien werden bevorzugt Basilikum, Salbei, Oregano und Rosmarin verwendet; in Griechenland ist der Oregano sehr beliebt; in Skandinavien ist es der Dill; zu Deutschland gehören Petersilie, Schnittlauch, Dill, Majoran, Liebstöckl und Kümmel; während für England Petersilie, Salbei, Thymian und Lorbeer typisch sind. Da aber immer mehr Gerichte aus den Nachbarländern bei uns ins Repertoi aufgenommen werden, gehören auch diese Kräuter dazu.

Nachfolgend eine Beschreibung der verschiedenen gebräuchlichsten europäischen Küchenkräuter mit ihren Bodenansprüchen, Sammelzeiten und heilenden Eigenschaften.

 

Salbei (Salvia officinalis) “Wer auf Salbei baut – den Tod kaum schaut” heißt es in alten Büchern. Der Name leitet sich vom lateinischen salvare (heilen), salvere (gesund sein ) ab. Karl der Große befahl seinen Anbau in der „Capitulare de villis“ und auch im Kräutergarten des berühmten St. Gallener Klosterplanes war er vertreten.

Seit dem 16. Jahrh. benutzte man Salbeiblätter gerne als „Zahnbürste“, was nach heutiger Kenntnis der entzündungsund bakterienhemmenden Wirkstoffe durchaus sinnvoll ist. Salbei ist ein starkes Mittel und das Duftöl soll äußerst vorsichtig angewandt werden, wegen dem hohen Thujongehalt. Es gibt 500 verschiedene Salbeiarten.

Salbei gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler und liebt nährstoffreichen Boden in sonnigen bis halbschattigen Lagen, er verträgt keine Staunässe im Winter.

Die Sammelzeit ist von Mai bis September und es werden die Blätter verwendet.
Sie sind entzündungshemmend, keimtötend, schweißhemmend, krampflösend, magenstärkend, galleanregend, menstruationsregulierend. Nicht während dem Stillen verwenden, da er die Milchbildung hemmt und schwangere Frauen sollen auf Salbeitee verzichten. Er unterstützt die Fettverdauung -da galleanregend, bei Halsentzündungen mit dem Salbeitee gurgeln.

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherisches Öl,Harz, Gummi, Stärke, Eiweiß, Saponin, Säuren, Glykoside, Thujon.

Neben Gelberüben gepflanzt, hält er die Möhrenfliege fern.

In der Küche: Mit Salbei werden Schweinefleisch, Lamm, Gemüse und Fisch gewürzt und er wird in Marinaden und Suppen gegeben. Auch schmeckt er zu Omelette, zu italienischem Saltimbocca oder Risotto mit Rindfleisch. Frischer Salbei entfaltet sein volles Aroma beim Braten und Schmoren.

 

Rezept für Salbeiessig: 1 l Weißweinessig 2 Zweige Salbei 1 Zitrone ungespritzt, die Schale davon abreiben In ein Gefäß füllen, gut durchschütteln, verschließen, 3 Wochen ziehen lassen, abseihen und in Flaschen füllen.

Salbei wird in der Kosmetik verwendet für Dampfbäder und Kompressen bei unreiner, entzündeter Haut, wegen der schweißhemmenden Wirkung als natürlicher Zusatz zu Deodorants, als Tee zur Haarspülung, das ätherische Öl als Badezusatz, nicht innerlich einnehmen, da Vergiftungsgefahr – zuviel Thujongehalt im ätherische Öl.