Unsere Kräuter wachsen nach dem Rückschnitt um die Wette. Ganz besonders „ins Kraut geschossen“ ist schon der Liebstöckl. Wir konnten ihn schon ernten.

Der Liebstöckl oder Maggikraut (Levisticum off.) stammt ursprünglich aus dem Bergland des Iran. Er ist ein Doldengewächs ca. 1,50 m hoch und mehrjährig.Immer im Spätherbst verliert er seine Blätter und überwintert im Boden. Der Austrieb erfolgt schon bald im Frühjahr.

Liebstöckl liebt guten, nährstoffreichen Gartenboden, verträgt Sonne bis Halbschatten und braucht genügend Feuchtigkeit, dann gedeiht er prächtig. Eine gut entwickelte, frei stehende Pflanze liefert den Bedarf einer ganzen Familie. 

Verwendet werden die frischen Blätter vom Frühjahr bis Herbst. Die inneren ganz frischen kleinen Triebe immer übrig lassen, damit er gut weiter wächst. Die Wurzeln und Samen kann man auch zum Kochen benützen.

Wichtige Inhaltsstoffe vom Liebstöckl sind Ligustilid, Terpineol, Isovaleriansäure, Maristicinsäure, Apfelsäure, Stärke, Zucker, Harze, Gummi, ätherisches Öl, Fett.

Die hilfreichen Eigenschaften des Liebstöckls sind magenstärkend, appetitanregend, harntreibend, auswurffördernd, stuhlfördernd und hormonsteigernd. Er ist auch ein gutes Tonikum und anregend bei Erschöpfung.

Die Verwendung von Liebstöcklblättern ist sehr vielseitig. Bekannt ist er den meisten Menschen als das Suppenkraut. Eine gute Brühe ergibt es, wenn er mit Gelberüben, Sellerie, Lauch und Petersilienwurzel zusammen gekocht wird. Sparsam verwendet würzt er auch Gemüse, Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichte. Liebstöckl passt auch zu deftiger Hausmannskost wie Kartoffelsuppe, Bohnensuppe, Eintopfgerichte. Die Blätter sollen immer mitgekocht werden, nur so entfalten sich die ganzen Würzkräfte. Ganz zarte junge Blätter können auch dem Salat beigefügt werden.

Ein Rezept, das für die Gesundheit förderlich ist, ist der Liebstöcklwein. Felix Grünberger empfiehlt ihn in seinem Kräuter-Buch, wenn man unter Völlegefühl, Aufstoßen und Sodbrennen leidet.

Liebstöcklwein:

1 Flasche guter Weißwein in ein Einweckglas gießen.

1 Handvoll frische Liebstöcklblätter oder frische zerkleinerte Wurzeln hinzufügen.

10 Tage stehen lassen.

Abschließend filtern und in Flaschen abfüllen.

Vor jeder Mahlzeit ein Likörglas voll trinken.

Suppenwürze selbstgemacht: (Rezept von der Kräuterbäuerin Margarete)

1 Gelberübe Alle Zutaten im Mixer zerkleinern und mit dem Salz vermischen.

1 kleine Pastinake In ein Schraubdeckel-Glas füllen und gut hinein drücken, damit

1/4 Sellerieknolle keine Leerräume entstehen. Verschließen und im Kühlschrank

1/4 Stange Lauch aufbewahren. Löffelweise entnehmen zum Kochen.

4 Stengel Petersilie

1 Blatt Liebstöckl

3 EL Salz