Frühling liegt in der Luft. Die Tage werden länger und die Sonne nimmt an Wärmekraft zu. Vereinzelt fangen Vögel an zu singen, zwar noch zaghaft, aber beständig.
Weidenkätzchen schieben sich hoffnungsvoll der Sonne entgegen. Bald sprießen die ersten frisch grünen Bärlauchblättchen durch die Laubdecke. Dann ist der Frühling voll erwacht und die Natur ist frisch geboren. Sie fängt an zu keimen, zu grünen und zu blühen.

Das wilde kräftige Aroma des Bärlauchs tut uns allen nach der kalten Jahreszeit richtig gut. Er bringt unser Blut in Wallung, reinigt unser Innenleben und schärft unsere Sinne, wie der bekannte Koch und Poet Oskar Marti in seinem Buch schreibt.

Der Bärlauch oder auch Bärenlauch, heißt deshalb so, weil er den Bären nach Beendigung des Winterschlafes als erste Nahrung diente. Dieses Kraut hat es wirklich in sich, es ist die reinste Frühlingskur und putzt richtig durch.
Seine Inhaltsstoffe sind ätherisches schwefelhaltiges Öl, Allicin, Glykoside, Fructosane und Vitamin C. Verwendet werden hauptsächlich die Blätter. Geerntet werden die Blätter im April bis zur Blüte. Nach der Blüte im Juni zieht er ein und seine Zwiebelchen bleiben unter einer dicken Laubdecke sicher geborgen, bis zum nächsten Frühjahr. Dann fängt er wieder
zu sprießen an.

Bei einem Spaziergang durch Auwälder kann man den Knoblauchduft des Bärlauchs manchmal schon riechen, bevor man ihn sieht. Er wächst auch in humusreichen feuchten und schattigen Laubwäldern bis 1500 m Höhe. Aber Vorsicht! Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen! Bei Unsicherheit immer zuerst das Blatt zwischen den Fingern etwas zerreiben und daran riechen, ob es nach Knoblauch duftet, dann ist es Bärlauch.

Bärlauch wird frisch verzehrt oder in Öl oder Essig eingelegt. Getrocknet verliert er seine Wirkstoffe.
Aus Bärlauch lassen sich vielerlei Speisen zubereiten und würzen, aber auch für die Gesundheit läßt sich manches herstellen.
Bärlauch wirkt wie der Knoblauch blutdrucksenkend. So kann man ihn als Bärlauchöl oder Bärlauchessig als wohlschmeckende heilsame Zutat zum Salat verwenden.

Bärlauch als Salat genossen hat eine stark blutreinigende Wirkung. Man kann sich aber auch eine Bärlauchtinktur oder einen Bärlauchwein ansetzten um ihn dann teelöffelweise oder likörglasweise einzunehmen. Mit Bärlauch lassen sich auch leckere Speisen bereiten, wie Bärlauchsuppe, Bärlauch-Spätzle, Bärlauch-Gratin, Bärlauch-Kartoffelpuffer, Bärlauch-Knödel, Nudeln mit Bärlauch, Fisch mit Bärlauch, Bärlauchpaste und noch vieles mehr.

Im Mittelalter wurde der Bärlauch schon als "vertreibende" Kraft genutzt wegen seines starken Geruchs um insbesondere Vampire und Blutsauger zu vertreiben.
Der Bärlauch war bei den Römern der Göttin "Ceres" geweiht. Aus dem Presssaft von Bärlauch gemischt mit Koriander wurde ein Liebestrank hergestellt, der auch bei angehexter Impotenz helfen sollte. Man wußte in früheren Zeiten schon um die wohltätigen Kräfte des Bärlauchs und pflanzte ihn in die Gärten. Kaiser Karl der Große ordnete im 8. Jahrh. in seiner Landgüterverordnung an, daß neben verschiedenen anderen Pflanzen auch der Bärlauch in die Gärten zu pflanzen ist. Er scheint später aus der Mode gekommen zu sein und ist dann verwildert.
Vor vielen Jahren kam der Bärlauch plötzlich wieder in Mode und seitdem wird er wieder mehr geschätzt.


Rezepte für die Gesundheit:

Bärlauch-Tinktur:
2 Handvoll frische Bärlauchblätter zerkleinert in eine weithalsige Flasche
füllen mit
1 l Alkohol und
1/2 l Wasser übergießen
3 Wochen in der Küche stehen lassen, dann abseihen.
Tinktur teelöffelweise einnehmen.


Bärlauchwein:
1/4 l Weißwein
1 Handvoll frische Bärlauchblätter zerkleinert miteinander aufkochen.Dann
1/4 l Wasser
1/4 kg Zucker zusammen kochen und in die Weinmischung geben.
Der Wein wird likörgläschenweise konsumiert bei Altersbeschwerden, Schwäche
und leichten Magenproblemen.


Eiersalat mit Bärlauch:
5 Eier hartgekocht, in Scheiben schneiden
2 Gewürzgurken feingeschnitten
1/2 Tasse fein gewiegter Bärlauch
50 g fester Käse, fein geschnitten
Soße aus:
1 Tasse Joghurt
2 TL Senf
Pfeffer, Salz, Paprika

Soße zubereiten und die anderen kleingeschnittenen Zutaten untermengen. Vor
dem Servieren kalt stellen.

Bärlauch-Kartoffelpuffer:
1 kg rohe geriebene Kartoffeln
100 g Vollkornmehl
4 EL gehackter Bärlauch
Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuß
2 Eier
Öl für die Pfanne

Einen Teig bereiten und in der Pfanne esslöffelweise als kleine Puffer
goldbraun ausbacken.